Sonntag, 9. November 2014

Restaurierung des Deckels einer Porzellandose


Bei der hier gezeigten Restaurierungsarbeit handelt es sich um den Deckel einer Porzellandose. Er war in zehn Fragmente zerbrochen, wurde aber vor vielen Jahren schon einmal restauriert. Da es sich jetzt um einen ganz frischen Bruch handelte, war es möglich, den Deckel fast unsichtbar zu kleben. Nur an den alten schon mal geklebten Stellen war die Bruchlinie auf Grund fehlender kleiner Splitter sichtbar.

Auslegen der Fragmente

Alte häßliche Restaurierung mit einer dicken unpassenden Farbschicht

Die beschädigte Zone, nach der Entfernung der alten Restaurierung

Ausfüllen der Fehlstelle

farblich angeglichene Fehlstelle

Die Rückseite war mit einer häßlichen Ölfarbe gestrichen gewesen

Nach der Reinigung und dem Füllen der Fehlstelle

Oben links ist der gelbliche Rest der früheren Restaurierung zu sehen. Diese ist mit einem so harten Material ausgeführt worden, dessen Entfernung zu aufwendig gewesen wäre. So wurde nur die Oberfläche abgeschliffen und anschließend passend eingefärbt.

Der fertig restaurierte Deckel mit dem wieder eingesetzten Metallknopf









Sonntag, 19. Oktober 2014

Bierkrug

Die folgenden Fotos zeigen den Beginn der Ergänzungsarbeiten der Fehlstelle des Bierkruges.

Wächtersbach, ca.1895

Fehlstelle am Rand

An einer intakten Stelle wird mit Ton ein Abdruck genommen

Der Abdruck wird unter der Fehlstelle plaziert

Die Lücke wird mit feinem Gips gefüllt



Fortsetzung folgt!

Sonntag, 31. August 2014

Beispiel einer "unsichtbaren" Restaurierung

An folgendem Beispiel zeige ich eine Restaurierung, die unsichtbar ist.
Es handelt sich um einen Vogel aus Porzellan, dessen Schnabel ein Stückchen fehlt. 
Die Fehlstelle wurde mit einer selbsthärtenden Masse ausmodelliert, die dann fein geschliffen wurde.
Die farbliche Angleichung mit Goldlack, der über den ganzen Schnabel aufgetragen wurde, auch auf das Original, bewirkt, dass die Ergänzung nicht unterschieden werden kann.



Objekt mit abgeschlagenem Schnabel

Fertige Ergänzung

 
Fertige Restaurierung




Die Arbeit wurde von der Autorin für einen privaten Sammler ausgeführt.


Freitag, 22. August 2014

Beispiele musealer Restaurierungen


Die nachfolgenden Fotos habe ich in Xanten im Römischen Museum aufgenommen. Sie repräsentieren sehr anschaulich die sogenannte museale Restaurierung. Dies bedeutet, dass die Gefäße geklebt und formal ergänzt wurden, aber die restauratorischen Eingriffe deutlich sichtbar bleiben.



In obigem Beispiel wurde die formale Ergänzung nicht farblich angeglichen und wirkt fast etwas störend, da das Weiß zuerst ins Auge fällt.
In den folgenden Amphoren hat man das Ergänzungsmaterial in einem zum Original passenden Farbton eingefärbt. So wirkt die Form als Ganzes viel harmonischer, aber die Fehlstellen bleiben sichtbar.






Im Gegensatz dazu steht die Restaurierung für den Kunsthandel, wobei die Schäden "wegrestauriert" werden und somit nicht mehr sichtbar sind.


Donnerstag, 7. August 2014

Das Putzschränkchen - fertig restauriert

Ausgeführte Arbeiten:


1. Generelle Grundreinigung
2. Leichtes Anschleifen der Holzoberfläche
3. Streichen der Holzteile mit einem Acryll-Lack auf Wasserbasis
4. Sorgfältige Reinigung der Keramikfliesen
5. Füllen der Risse in den Fliesen
6. Herausnehmen der Fliese in der Tür, Klebung und Wiedereinsetzen
7. Die 2 fehlenden Knöpfe der unteren Schublade wurden durch passende Knöpfe (Baumarkt) ersetzt
8. Die Oberfläche wurde nach dem Entfernen der Klebefolie per Hand geschliffen. Man sieht deutlich die Verschmutzung durch den Gebrauch, die tief ins Holz eingedrungen ist. Da diese nun mal zur Geschichte des Schränkchens gehören, wurde die natürliche Holzoberfläche so belassen.


Das fertige Stück

Die verwendete Farbe zum Streichen der Holzteile hat im Original genau den gleichen Farbton wie die Keramikfliesen. Nur das Blitzlicht der Fotografie läßt sie weißer erscheinen als sie ist.


Die Holzoberfläche

Die Schubladen

Fliese einer Schublade

Untere Schublade und neue Knöpfe

Die Fliese in der Tür

Detailansicht der großen Fliese


In einem letzten Arbeitsschritt müssen die gefüllten Risse der Fliesen noch farblich angeglichen werden.


Montag, 4. August 2014

Restaurierung eines Putzschränkchens mit Wächtersbacher Fliesen


Maße: h 65 cm, b 70 cm, t 30 cm


 
Das Schränkschen während der ersten Restaurierungsarbeiten



Zustand:
- Allgemein schmutzig und abgestoßen, die Farbe alt 
- Die Deckplatte ist mit einer weißen Folie beklebt
- Der unteren Schublade fehlen die 2 Knöpfe
- Die Fliese der Tür ist am oberen Eck rechts gebrochen
- die Fliesen des Schubladen haben auch je eine Bruchlinie, aber sie sind so fest in die Front der Schublade eingebaut, dass man sie nicht herausnehmen kann 

(Auf dem Foto oben wurde die oberste Schublade rechts 2 mal gestrichen, die Mittlere einmal, die Untere garnicht)




Verschiedene Ansichten einer Schublade



Detailansicht unten rechts


Das Entfernen der alten Klebefolie war die langwierigste Arbeit!







Brotkasten

Von der Direktorin des Hetjensmuseum in Düsseldorf bekam ich die Auskunft, dass der Hersteller des Brotkastens wie auch des Bierkruges (s.u.) laut Bodenmarke Wächtersbach sei:

http://de.wikipedia.org/wiki/Waechtersbacher_Keramik







Ich setzte mich mit der heutigen Fabrik in Verbindung,
www.waechtersbach.org, 
www.waechtersbach.com,

die leiteten mich an das Museum Lindenhof weiter, und von dort bekam ich auch schnell Auskunft in Bezug auf die Herstellungszeit: Der Brotkasten stammt aus der Zeit um 1905, der Bierkrug ist aus der Zeit um 1895.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die mir so schnell und kompetent weitergeholfen haben!!!


www.lindenhof-museum.de

Auf dieser Seite findet man noch viele schöne Objekte aus Keramik mit dem selben Dekor: Windmühlen und Segelschiffe:






Alle 5 Fotos: Copyright © 2013 Lindenhof Keramik-Museum Streitberg.
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